Filmübersicht

Kontakt/Impressum

stieve.com



Der Schatten des Trikots

Dokumentarfilm von Belinde Ruth Stieve

































Werder Bremen wurde in der Saison 2oo3/o4 Deutscher Meister und Pokalsieger. Von der fußballinteressierten Öffentlichkeit und den Medien wurde der offensive und attraktive Fußball gelobt, und zugleich das Mann­schafts­gefühl und das blindverstehende Zusammenspiel auf dem Platz her­vorgehoben. Alle Werderspieler erhielten die Meister­­- und Pokalmedaille, egal ob sie Stammspieler waren oder zu keinem Einsatz kamen.

Alle sind wichtig in einer Mannschaft. Natürlich du hast 11 Stammspieler, aber daneben gibt es Spieler, einen Spieltag vielleicht er kommt rein und du gewinnst dieses Spiel und er hat seine Aufgabe gemacht. Du bist 25 Spieler in einem Kader. Alle sind wichtig.
Valérien Ismaël (Werderspieler 2oo3-2oo5)

„Der Schatten des Trikots“ handelt von Fußballspielern in der Warte­position, die Woche für Woche ­trai­nieren, und doch die Spiele größ­­ten­teils von der Ersatzbank oder dem Spielfeldrand aus miterleben. Es wird beleuchtet, wie sie mit ihrem - zeit­wei­ligen - Schattendasein umgehen, ihre Motivation lebendig halten und wel­chen Beitrag sie für die gesamte Mannschaft leisten.

Natürlich ist es schwierig, wenn einer lang auf der Bank sitzt und man weiß, der ist auch fast so gut. Aber dann muss er halt warten, und das Entscheidende ist, er muss sich fit halten, er darf sich nicht hängen lassen, er darf das nicht übertragen auf die Mannschaft.
Wenn man nur negativ ist, dann wird man sich nicht verbessern.
Karl-Heinz Kamp (Werder Ko-Trainer 1985-2oo5)

Natürlich ist man dann n bisschen beflügelt wenn man in der A-Mannschaft ist und man genau weiß, dass man am nächsten Tag spielt. Wenn man nicht drin ist, dann hak ich das ab, dann geht’s einfach weiter, und man muss seine nächste Chance wittern.
Christian Schulz (Werderspieler 1995-2oo7)

Das ist eigentlich mein Traum, hier für immer zu bleiben, Fußball zu spielen und Geschichte mit Fußball zu machen. Man nimmt sich ein Ziel jedes Jahr. Ich habe immer noch mein Ziel, Stammspieler zu werden. Irgendwann schaffe ich das auch.
Nelson Haedo Valdez (Werderspieler 2oo1-2oo6)

Do - im Chinesischen: Dao - bedeutet Weg. Daois­mus vertritt einen ganzheitlichen Ansatz, so voll­zieht sich das Werden und Vergehen der Dinge nach dem Yin/Yang-Prinzip. Dies bedeutete ursprünglich nur Schatten und Licht, aber wurde zur Erkenntnis weiterentwickelt, dass der Schatten zum Licht, der Berg zum Tal oder der Tod zum Leben gehört, dass diese Gegensatzpaare im Grunde Einheiten mit unterschiedlichen Komponenten bil­den.

Das ist auch schön, was man nicht sieht. Ich schreibe auf weißem Papier mit schwarzer Tusche. Ich glaube, europäischer Aspekt ist, was darauf mit Schwarz geschrieben wird zu sehen. Aber für mich ist es so, manchmal sehe ich nicht nur die schwarzen Flecken, sondern die weißen Flecken. Das Nicht-Geschriebene ist auch ganz wichtig.
Yuki Sekikawa-Klink (Shodo-Künstlerin)

Übertragen auf die Situation eines Fußballklubs bedeutet dies, dass Stamm- und Ersatz­­spieler zusammengehören, voneinander pro­fi­tieren, und sich – bei aller Gegen­sätz­lichkeit und Konkurrenz - gemeinsam weiterent­wickeln. Die zweite Reihe hilft der ersten gut zu sein und besser zu werden. Und lernt selber von denen im Licht.

Natürlich gucken wir auch sehr oft nur auf das Spiel. Aber es gehört ja genauso dazu, wenn einer gut ist im Tor, dass ein 2. und ein 3. dahinter auch gut ist, weil die den im Tor zu stärkeren Leistungen bringen. Wenn der keine Konkurrenz hat dann sagt der auch „leg ich mich heute mal auf die Linie, ich spiel ja sowieso wieder.“
Thomas Schaaf (Werdertrainer seit 1999)

Auf der Bildebene wird dem Fußball die Kunstform Shodo ('der Weg des Schreibens', japanische Kalligraphie) gegenübergestellt. Hierbei steht die Arbeit der in Bremen lebenden japanischen Künstlerin Yuki Sekikawa-Klink im Mittelpunkt: Vorbereitung, Malen bzw. Schreiben von Bildern, Elemente der Maltechnik, sowie Interpretation der Bilder im Sinne der Zen-Philosophie. So erscheint die Fußballwelt - der Alltag und das Besondere, die Mannschaft und die Einzelspieler - in einem anderen Licht.

Ich habe so oft erlebt dass in Europa sie wollen nicht zeigen, dass sie nichts wissen. Das bedeutet verlieren. Hier Ego ist wichtig. Was ICH denke, was ICH bin. Aber das ist genau fushiki ('nichts wissen'), Man muss dahin zurückkommen, dass ich immer Anfängerin bin, von allem, und dann lernt man auch mehr, durch diese Einstellung, dass man nichts weiß.
Maliko Hayashi (Sado-Künstlerin)

Aus der Wiederholung, dem Trai­ning, dem Üben des Handwerks wird Routine. Und irgendwann entsteht Schönheit. Und Kunst. Dies gilt für Shodô und für Fußball.

Kann man vielleicht sagen, das Ziel ist Perfektion. Aber die Perfektion kriegt man normalerweise nicht, weil man gar kein Gott ist. So geht das nicht, denke ich.
Yuki Sekikawa-Klink

"Es ist nicht leicht, noch nicht da zu sein wo man hin will."
Ein Film über Menschen im Schatten,
die warten, ins Licht wollen, ihren Weg gehen.